Es folgt eine  Foto-Galerie meiner Anfertigungen, getragen in originalgetreu zusammengestellten Anzugsarten und Monturen des Deutschen Heeres zwischen 1907 und 1918. 

 

Auf dieser Seite  möchten wir diverse Anzugsarten und  Monturen so originalgetreu wie nur möglich zusammenhängend zeigen und die Trageweise von Uniform und Ausrüstung erklären. Für viele der gezeigten  Ausrüstungsgegenstände gibt es leider immer noch keine wirklich gute Reproduktionen, so dass wir in unseren vorgestellten Monturen auch originale Ausrüstungsstücke verwendet haben. 

 

 

 Feldmarschmäßiger Anzug eines Musketier des Reserve-Infanterie-Regiments 120  - Ausmarsch  August 1914.

 

Der Soldat trägt den Feldrock nach Landsturmschnitt M1913 mit schwedischen Aufschlägen.  

Zwar waren für das stehende Regiment 120 brandenburgische Aufschläge vorgeschrieben, so wurde jedoch zur Mobilmachung und Ausstattung der Reservisten oft auch auf diese Aufschlagsform ausgewichen.  Dazu getragen wird die Tuchhose der Infanterie, gefertigt aus steingrauem Manteltuch nach dem Muster vom Juli 1914. Unter dem Feldrockkragen wurde die Halsbinde M1914 angelegt, um Hals und Tuchkragen zu schonen. 

Alle Ausrüstungsgegenstände sowie die Marschstiefel M1866 sollten zur feldgrauen Uniform ungefärbt, also "lohgar" getragen werden und zeigten nur aufgrund ihrer zeitlich unterschiedlichen Lagerung verschiedene Brauntöne des verarbeiteten Leders - die Stiefel auf diesen Fotos sind zum Beispiel "fabrikneu" !

Über dem Lederhelm  - Pickelhaube - M 1895, wurde ein Überzug aus Schilfleinen getragen, bis in die ersten Wochen der Mobilmachung waren auf ihm die Regimentsnummern aus rotem Tuch anzubringen.

Die Standardbewaffnung des Infanteristen waren das Gewehr 98 und das dazugehörige Seitengewehr 98 . In den jeweils dreiteiligen Patronentaschen M1909 wurde die Gewehrmunition auf Ladestreifen mit jeweils 5 Patronen mitgeführt. Die Patronentaschen wurden von der ledernen Koppel getragen, welche mit dem Koppelschloss aus Messing geschlossen wurde. Auf den Koppelschlossern waren die landesspezifischen Wappen und Schiftzüge eingeprägt - für Württemberg : "Furchtlos und Trew" 

 

 

Der Tornister M1895 wurde bis zum Ausbruch des Ersten Weltkrieges noch weiter modifiziert und diente zur Aufbewahrung weiterer Ausrüstung, Kleidungsgegenstände sowie etwas Verpflegung und persönliche Gegenstände u.s.w.

Auf ihm war das aus Aluminium gefertigte Essgeschirr geschnallt. Über den Tornister geschnallt wurden die steingrauen Mantelmodelle M1894 oder  M 1908  sowie die Zeltplane M1892, mitgeführt. Speziell das Mantelmodell M 1908 war leicht und klein vom Packmaß gearbeitet und sollte der Infanterie eine Gewichtsersparnis sein - jedoch waren bei Kriegsausbruch auch  noch sehr viele Mäntel des Musters M1894 auf Lager, so dass auch diese Mäntel bis weit in den Krieg hinein Verwendung fanden.

Wie auch die Zeltplane, so war auch der Brotbeutel M 1887 noch von rotbrauner Färbung ausgegeben worden, obwohl bereits vor Kriegsbeginn die Produktion auf schilffarbene Färbung umgestellt werden sollte. Auf dem Brotbeutel wurde die Feldflasche M 1907 befestigt.

 

 

An seiner linken Seite trägt der Musketier den Spaten M 1887 und das darauf befestigte Seitengewehr 98. An der Seitengewehrtasche befindet sich die Kompanietroddel mit der Farbkombination: rot-weiß-rot  für die 2. Kompanie. Die Schulterklappenknöpfe zeigen ebenfalls die geprägte  Zahl zwei für die 2. Kompanie.  

 

 

Jäger des 1. Königlich Bayerischen Jäger-Batallions    -    Ausmarsch August 1914

 

Der Jäger trägt den Feldrock der Bayerischen Jäger und die Steingraue Tuchhose. Der Feldrock war komplett mit jägergrünem Besatztuch vorgestoßen und auch in den Seitennähten der Tuchhose befanden sich diese jägergrünen Vorstöße. Im Gegensatz zu Preußen und Sachsen war in Bayern kein spezielles Feldgrau für die Jäger eingeführt worden, sondern das normale Feldgrautuch verwendet ! Ebenso wurde in Bayern keine komplett grüne Jägertroddel eingeführt, es wurde die normale Kompanietroddel der Infanterie verwendet.

Die Kopfbedeckng der Bayerischen Jäger war der Tschako.  Er war wie die Pickelhaube aus Leder gefertigt, schwarz lackiert und trug das Bayrische Emblem auf seiter Stirnseite. Auch der Tschako wurde im Felde mit Überzug getragen auf welchem die Zahl 1 für das 1. Königlich Bayerische Jägerbatallion angebracht war. Das Feldzeichen am Tschako eigt die Farben Bayerns - weiß/blau.

Die übrige Ausrüstung und Bewaffnung der Jäger entsprach jener der Infanterie.  

Landsturmlitewka

 Landsturmmann vom 2. Württembergischen Landsturmbataillon - Stuttgart  Frankreich 1914

 

 Der Landsturmmann trägt die blaue Litewka 1900. Ursprünglich war geplant, auch den Landsturm mit feldgrauen Uniformen einzukleiden, jedoch gelang dies aufgrund des enormen Bedarfs an Feldröcken selbst bis Kriegsende nur teilweise. Mit den älteren, auf Depot liegenden Litewken war es außerdem auch leichter möglich die älteren, stärker beleibteren Jahrgänge einzukleiden. Zur blauen Litewka wurde die schwarzblaue Tuchhose sowie schwarze Marschstiefel getragen.

 

Landsturm

Hinten rechts am Koppel trägt der Soldat den Brotbeutel Modell M1887 von rotbrauner Färbung. Am Brotbeutel eine Ersatzfeldflasche 1915 jedoch noch mit dem Bezug und der Belederung der Feldflasche M07.

Landsturmlitewka

 

 

 

 

An der linken Seite der Koppel trägt der Soldat das Seitengewehr M71, das häufiger Weise beim Landsturm zusammen mit dem Gewehr 88/05 Verwendung fand. Hinter dem Seitengewehr der Spaten im veralteten Futteralmodell aus geschwärztem Leder.

Am Seitengewehr die Kompanietroddel der 2. Kompanie.

Litewka

 Am geschwärztem Koppel die Patronentaschen des Modells 1895.

Die für den Landsturm ausgegebenen Litewken wurden am Kragen durch Zahlen aus Messing ergänzt, die mit der römischen Zahl - das XIII. württembergische Armeekorps - und

mit der arabischen Zahl - das 2. Landsturmbataillon aus Stuttgart - anzeigt.

Die ursprünglich farbigen Schulterklappen wurden gegen schmale, aus blauem Gurtband bestehenden Schulterklappen ersetzt.

Häufig wurde vom Landsturm die Wachstuchmütze getragen. Unter ihr wurde üblicher Weise die Feldmütze getragen - ein Knopf oder Haken zum enger stellen, erlaubte aber auch das Tragen ohne die Feldmütze.. Unter dem Württembergischen Landwehrkreuz aus Messing  die schwarz/rote Kokarde für Württemberg.

Feldmarschmäßiger Anzug eines Musketier des R.I.R. 120 - Westfront Frühjahr 1915

 

Der Soldat trägt den Vereinfachten Feldrock nach preußischem Muster M1915. Um einem Nachschubsengpass an Feldröcken entgegen zu wirken, sollten zwischen Februar und Juli 1915 Feldröcke mit folgenden Verinfachungen hergestellt werden - Die Ärmel erhielten Rollaufschläge,  die Schoßtaschenleisten an den Hinterschößen entfielen und die Schulterklappen sollten nun einheitlich ohne farbige Vorstöße und Zunge gefertigt werden - sie wurden nun direkt in die Schulternaht eingenäht. 

Das Lederzeug war zu diesem Zeitpunkt noch großteils von brauner Farbe, da es  erst ab Herbst 1915 zu schwärzen war !  Der Überzug der Pickelhauben sollte nun ohne Regimentsnummern getragen werden. An der Brust trägt der Soldat ein Stofftäschchen, welches den im Frühjahr 1915 eingeführten, ersten Atemschützer gegen Gas, beinhaltet.  

 

Zeltplane und Brotbeutel waren nun aus schilfgrüner Färbung und um den gestiegenen Kalbfell-Preisen auszuweichen, entschied das KM nun auch Tornister aus schilffarbenem Segeltuch fertigen zu lassen. 

Auffällig ist das Aushilfsseitengewehr S14-Gotscho - es handelte sich bei diesem Seitengewehr vermutlich um ein Exportmodell, dessen Bestände jedoch nach Kriegsbeginn nicht mehr zur Auslieferung gekommen sind, um sie für die eigenen Truppen zu verwenden.  

 

 

Musketier des Bayerischen Reserve-Infanterieregiment 20. - Flandern Frühjahr 1915

 

Der Soldat trägt den Vereinfachten Feldrock nach Bayerischem Muster 1914. Bayern hatte bereits im Oktober 1914 diverse Vereinfachungen bei der Fertigung von Feldröcken eingeführt. An den Ärmelaufschlägen entfielen die Vorstöße und Knöpfe, an den Hinterschößen entfielen die Schoßtaschenleisten mit den darauf angebrachten Knöpfen. Die Schulterklappen sind ab Frühjahr 1915 ohne farbigen Vorstoß und fest aufgenäht.

Wie bei vielen Reserve-Regimentern, so wurden auch hier die älteren, kastenförmigen Patronentaschen Modell M1895 ausgegeben. Da diese Patronentaschen ursprünlich zum blauen Waffenrock getragen wurden, lagen sie bereits geschwärzt in den Depots. 

Eine Besonderheit bei einigen Bayerischen Reserve-Regimentern war, dass bei ihrer Einkleidung nicht genügend Pickelhauben zur Verfügung standen, so dass auf die schwarzen Wachstuchmützen des Landsturms zurückgegriffen wurde  ! 

 

 Der Soldat führt ein Aushilfsseitengewehr  mit Steckrückenklinge, "Griechisches Messer" genannt. Es wurde nur in geringen Stückzahlen und hauptsächlich an Bayerische Truppen ausgegeben.

 

 

Um die schwarzen Wachstuchmützen farblich den Pickelhaubenüberzügen anzupassen und um eine Regimentsnummer anbringen zu können, wurden für die Wachstuchmützen spezielle Überzüge hergestellt. Im Felde führte diese Art der Kopfbedeckung jedoch leicht zu Verwechslungen mit den Mützen der englischen Truppen, so dass man bestebt war, die Wachstuchmützen wieder gegen die regulären Pickelhauben zu tauschen.

Schön zu sehen, die Löwenknöpfe am Feldrock - eine Besonderheit Bayerns. 

 

 Auf dem aus Leder und Segeltuch gefertigten Tornister  trägt der Soldat den steingrauen Mantel M08 und der schilffarbenen Zeltplane darüber. Das Essgeschirr ist das ältere Modell M1887, schwarz lackiert. Auf dem schilffarbenen Brotbeutel hängt die Feldflasche M07 und der Trinkbecher aus Aluminium. 

 

Auf den Spaten geschnallt, trägt der Soldat das Seitengewehr Modell S14 mit Bayard-Klinge. Die Kompanietroddel zeigt die Farben blau/weiß/blau für die 4. Kompanie.  

 

 

 

 

Musketier des R.I.R. 119 - Frankreich Frühjahr 1915

Der Soldat trägt den steingrauen Mantel M1894 zum Sturmgepäck als Mantelrolle gebunden.

Auf dem Feldrock nach Landsturmschnitt M1913 befinden sich noch die Schulterklappen mit roten Vorstößen, die ab dem Frühjahr 1915 in vorstoßlose Schulterstücke nach und nach getauscht wurden. Der Überzug des Lederhelms wurde nun bereits ohne Regimentsnummern produziert und ausgegeben, um im Gelände unauffälliger zu sein und um es dem Feind zu erschweren die Regimentszugehörigkeit zu erkennen. An der linken Brust angeknöpft der erste Gasschutz. Zum ansonsten noch braunem Lederzeug weder die schwarzen Patronentaschen M1895 getragen - typisch für viele Reserveregimenter. Das Koppelschloss ist bereits aus feldgrau lackiertem Stahl gefertigt um Messing einzusparen.

 

 

An seiner  linken Seite trägt der Musketier eine Beilpicke im Lederfutteral, sowie das Seitengewehr 98 . Die Troddel zeigt die Farbkombination der 2. Kompanie. Die Kompanietroddel stammt bereits aus einer Ersatzfertigung aus Baumwollabfallgarnen die grau überfärbt wurden um eine einheitliche und unauffällige Farbe zu erzielen.

 

 

 Auf die Mantelrolle wurde das Essgeschirr geschnallt um so das leichte Sturmgepäck zu bilden. Auf dem schilffarbenen Brotbeutel die Feldflasche M07 und der Trinkbecher aus Aluminium - dieser sollte jedoch vorschriftsgemäß im Brotbeutel aufbewahrt werden !

 

 

 

Gefreiter des württembergischen Trainbatallion 13. Flandern - Frühjahr 1915 

Der Feldrock der Trainformationen war an Kragen und Ärmelaufschlägen, sowie an den Schulterklappen hellblau vorgestoßen. Auch die Dienstmütze mit Schirm nach dem Muster 1908 hatte einen hellblauen Besatzstreifen und Deckelvorstoß.

Als berittene Einheiten trugen die Soldaten des Train in der Regel die Reithose M08, welche  anstatt mit Leder auch mit Tuchbesatz gefertigt sein konnte. Dazu wurden Reitstiefel der Kavallerie getragen.

An der Kavalleriekoppel trägt der Gefreite den Säbel der Artillerie Modell 1848. Der Faustriemen war für den Train gänzlich aus schwarzem Leder gefertigt.

 

 

Am schilffarbenen Brotbeutel wird die Feldflasche M07 getragen. Für gewöhnlich  wurden jedoch Brotbeutel und Feldflasche in einem Sack verstaut und so am Fuhrwerk mitgeführt.

 

 

 

Sergant des württembergischen Trainbatallion 13. Flandern, Frühjahr 1915. Der Sergant trägt den Feldrock nach Landsturmschnitt M1913. Kragen, Ärmelaufschläge und Schulterklappen sind blau vorgestoßen. Auf den Schulterklappen die aus rotem Tuch geschlagene Zahl 13 für das 13. Armeekorps Württemberg. Als berittene Einheiten trugen die Soldaten des Trains Reithosen oder wie auf dem Foto zu sehen, Stiefelhosen.
Jäger des 1. Königlich Bayerischen Jäger-Batallions bei der Aufstellung des Deutschen Alpenkorps im Lager Lechfeld - Mai 1915. Der Jäger trägt einen Filztschako, eine Ersatzfertigung um Leder einzusparen. Dieser Filztschako war bereits feldgrau eingefärbt und konnte dadurch im Felde auch ohne Überzug getragen werden.
Als erste alpenspezifische Ausrüstung hat der Jäger bereits benagelte Gebirgsschuhe und einen Alpenstock erhalten. Die Tuchhose der Infanterie wurde mit kurzen Gamschen fest oberhalb des Stiefelschaftes verschlossen um das Eindringen von Schnee und Geröll zu verhindern. Weitere gebirgstaugliche Ausrüstung erhielten die Truppen des Alpenkorps auch oft erst vor Ort im Frontgebiet.
Tornister, Zeltplane und Brotbeutel zeigen bereit die ab 1915 stärker verbreitete schilfgrüne Einfärbung. Selbst der Überzug der Feldflasche M07 wurde ab und zu mit einem schilfgrünen Baumwollstoff überzogen.
Jäger des 1. Königlich Bayerischen Jägerbatallions - Dolomiten Sommer 1915. Der Jäger trägt feldmarschmäßige Ausrüstung über dem steingrauen Mantel M1894. Die Kragenspiegel in jägergrünem Tuch kennzeichnen die Zugehörigkeit zur Jägertruppe. Die farbigen Kragenspiegel wurden jedoch im Laufe des Jahrers 1915 nach und nach entfernt.
Die Trageweise der feldmarschmäßigen Ausrüstung über dem Mantel getragen.
Die Montierung im Mantel von hinten.
Der Mantel M1894 mit aufgestelltem Kragen.

Unteroffizier des 1. Königlich Bayerischen Jäger-Batallions im  Deutschem Alpenkorps, Lagazuoi Dolomiten Juni 1915.  

Der Unteroffizier trägt den vereinfachten Feldrock nach Bayerischem Muster vom Oktober 1914. Wie im Frühjahr 1915 angeordnet, waren die Schulterklappen ohne farbige Vorstöße gearbeitet und direkt an der Schulternaht angenähnt. Am Kragen war nun die goldene Borte für Unteroffiziere

gekürzt und nur noch im Kragenwinkel angebracht. Beim Tschako handelt es sich um eine Ersatzfertigung aus gepresstem Wollfilz in feldgrauer Farbe.

Für den Einsatz im Hochgebirge erhielt die Truppe unter anderem genagelt Bergschuhe und Alpenstöcke. Zu den Bergschuhen wurden Wickelgamaschen getragen.

 Auf dem Tornister, gefertigt aus Segeltuch und Leder trägt der Soldat den Steingrauen Mantel Modell 1894 oder 1908. Über der Mantelrolle eine schilffarbene Zeltplane. Auf dem Deckel des Tornisters das schwarzlackierte Kochgeschirr aus Aluminium. Oft wurden auch diverse Rucksäcke oder Ersatztornisten an die Truppen des Alpenkorps ausgegeben. Anstelle des Spatens trägt dieser Soldat eine Beilpicke - ein Schanzwerkzeug. Am Seitengewehr 98/05  mit Sägerücken befindet sich die Kompanietroddel für Bayerische Unteroffiziere. Der Brotbeutel ist wie die Zeltplane ebenfalls von schilfgrüner Färbung. Auf dem Brotbeutel die Feldflasche Modell 1907.

 

 

Musketier des Württembergischen 123. Landwehr-Infanterie-Regiment - Ammerzwiller/Südelsass Juli 1915. Der Landwehrmann trägt den vereinfachten Feldrock nach preussischem Muster vom Februar 1915. Auffällig sind die Hosen in Ersatzfertigung aus braunem Manchesterzwirn-Cord. Die Hose entsprach im Schnitt genau dem der Tuchhosen und wurde ebenso mit einem Vorstoß in den Seitennähten versehen. Speziell in Württemberg wurde im Jahr 1915  häufig dieser stabile Cordsamt, der ursprünglich für die Winteruniformen der Kolonialtruppen vorgesehen war, als Ersatzmaterial für die Wolltuche verarbeitet. Der Überzug des Lederhelms wurde zu dieser Zeit bereits immer häufiger ohne Kompanienummern ausgegeben. An der linken Brustseite trägt der Soldat das Tragetäschchen des ersten Atemschützers gegen Gas-Kampfstoffe.

Das Lederzeug ist zu diesem Zeitpunkt noch von brauner Färbung, jedoch sind die älteren Modelle der Patronentaschen M1895 von schwarzer Färbung, da sie ursprünglich ja zur blauen Uniform getragen wurden. Aus Mangel an Patronentaschen des neueren Modells M1909 wurden diese kastenförmigen Patronentaschen oft an die Truppen der Reserve-, Landwehr- oder Landsturmformationen ausgegeben.

 

 

 

Gut zu erkennen sind die Schulterklappen des 123. Landwehr-Infanterie-Regiments in der Machart ab Januar 1915, ohne Vorstoß. Über den Spaten geschnallt das Seitengewehr S14 Hersteller Odeon. Die Kompanietroddel zeigt die Farbkombination der 2. Kompanie.

 

 

 

Auf dem gänzlich aus schilfgrünem Segeltuch gefertigten Tornister trägt der Landwehrmann noch den steingrauen Mantel der Modelle M1894 oder M1908. Beide Mantelmodelle wurden ab dem Winter 1914/15 nun mit einem kompletten  Rumpf- und Ärmelfutter versehen, da sich im Winter zeigte, dass die leichten und ungefütterten Mäntel der Infanterie nur unzureichenden Schutz gegen Kälte boten. Über dem Mantel wurde die Zeltplane getragen, auch sie war nun von schilfgrüner  Färbung. Auf den Tornister geschnall, das Essgeschirr, gefertigt aus Aluminium. Schilffarbener Brotbeutel mit der Feldflasche M07.

 

 Über dem Besatzstreifen der Feldmütze trägt der Landwehrmann das ab dem Frühjahr eingeführte Mützenverdeckband. Es sollte im Felde getragen den farblich auffälligen Besatzstreifen der Feldmützen abdecken. Am Gewehr 98 ist bereits ein Ersatz-Gewehrriemen aus Gurtband angebracht um wertvolles Rohleder einzusparen.

Unteroffizier des R.I.R.120 - Westfront 1916. Der Unteroffizier trägt noch den vereinfachten Feldrock M1915.
Auf der rechten Seite der Koppel wird in der Tragetasche die Gasmaske M16 in der Bereitschaftsbüchse getragen, ein Ersatzfilter befindet sich ebenfalls in der Tragetasche. Brotbeutel von schilffarbener Färbung. Feldflasche in vereinfachter Fertigung ab 1915 aus verzinktem oder emailiertem Stahlblech.
Ab dem Herbst 1915 sollten die Beschläge der Lederhelm nur noch aus verzinktem Blech hergestellt werden. Neu eingeführt wurden außerdem die abnehmbaren Spitzen der Lederhelme. Im Frontbereich wurden die Spitzen abgeommen und meist in den Hosentaschen aufbewahrt. Mit den abgenommenen Spitzen solllten die Lederhelme in den Gräben weniger auffällig sein. Auch die Überzüge der Lederhelme waren entsprechend mit abnehmbaren Spitzen herzustellen.
Abnehmbare Spitze des Lederhelms nebst Überzug der Spitze, ebenfalls vom Überzug abnehmbar.
Ab Herbst 1915 war sämtliche Ausrüstung aus Leder zu schwärzen um unauffälliger zu sein. Am Seitengewehr Modell 98/05 mit Sägerücken ist gut die Troddel für Unteroffiziere in den Farben Württembergs zu sehen.
Musketier Reserveinfanterieregiment 120 - Champange Frühjahr 1916

 

 Landsturmmann des  Württembergischen 2. Landsturmbatallion XIII. Stuttgart.

 

 

 

 

 

 Als Ersatz für einen deutschen Tornister trägt der Landstürmer einen an der Ostfront in großer Stückzahl erbeuteten russischen Infanterie-Rucksack.

 

 

Auch beim Seitengewehr handelt es sich um ein Beutestück.

 

 

 

 

 Typisch für den Landsturm sind auch die aus der Materialnot heraus ausgegebenen, veralteten Mantelmodelle von schwarzmeliertem Tuch.

 

 

 

 

Auf den Mantelkragen wurden - meist improvisiert - die Landsturmzahlen angebracht. Hier auf den vorhandenen, roten Kragenpatten die römische XIII für das Württembergische Armeekorps und die arabisch geschriebene Zahl 2 für das 2. Landsturmbatallion - Stuttgart.

 

 

 

 

 

 

 

 

 Infanterist (Musketier) R.I.R.120 - Frühjahr 1916

 

Bereits im Laufe des Jahres 1915 traten einige Veränderungen in der  Uniformierung und Ausrüstung der Soldaten ein, welche das Erscheinungsbild des Infanteristen veränderten. Der Soldat trägt den vereinfachten Feldrock M1915 und bereits die ab 1916 eingeführten, schmalen Schulterklappen M15 mit weißem Vorstößen  der Infanterie-Regimenter. Die Pickelhaube war nun mit Beschlagteilen aus Blech und einer abnehmbaren Spitze versehen worden. Auch der Überzug war so gefertigt, dass seine Spitze abgenommen werden konnte.

In Frontnähe und in den vordersten Stellungen sollten die Pickelhauben ohne Spitzen getragen werden !  Auch das Koppelschloss war nun gänzlich aus Stahl gefertigt und war mit einem feldgrauen Anstrich versehen.

Nach einem Erlass des preußischen KM vom Herbst 1915 sollte  die gesamte Lederausrüstung von nun an geschwärzt getragen werden um im Gelände unauffälliger zu sein.

An seiner rechten Seite, am Koppel, trägt der Soldat die bereits 1915 eingeführte Gasmaske in der Tragetasche. Die Gasmaske war aus gummiertem Stoff gefertigt und wurde zu ihrem Schutz in einem Behälter aus Blech verwahrt - Behälter und ein Reservefilter wurden in der aus Segeltuch gefertigten Tragetasche am Koppel getragen. Die Zahl 3 auf der Tragetasche benannte die Größe der Gasmaske.

 

 Auf dem Rücken trägt der Soldat das Sturmgepäck - bestehend aus dem in die Zeltplane eingewickelten Mantel. In Mitten dieser "Puppe" wurde das Essgeschirr mit Hilfe der Tornisterriemen geschnallt. Das Sturmgepäck konnte so mittels eines Brotbeutelriemens über die Schultern getragen werden.

 

 

 

 

 s

 Am Spaten trägt der Soldat ein Ersatz-Seitengewehr aus vereinfachter Fertigung. Diese Seitengewehre  waren gänzlich aus einfachen Stahlteilen  gefertigt und konnten auf die Standard-Gewehre Gew98 und Gew88 leicht angepasst werden. Am Seitengewehr trägt der Infanterist die Kompanietroddel der 6. Kompanie. Ab Frühjahr 1916 sollten die Kompanietroddeln der Mannschaften und Unteroffiziere zur Einsparung von Rohstoffen nur noch aus Baumwollabfallgarnen hergestellt werden. Band und Franzen waren nun sichtlich gekürzt um ebenfalls Rohstoffreserven zu schonen. Um eine einheitliche Farbe für Band und Franzen  zu erzielen, wurden diese in grau eingefärbt.

Eine weitere Ersatzfertigung betrifft den Gewehrriemen am Gew98 - um Rohleder einzusparen, konnte der Riemen auch aus Gewebeband gefertigt sein.

 Musketier Reserveregiment 120 - Verdun 1916

Ab dem Frühjahr 1916 konnten immer mehr Stahlschutzhelme des Modells M16 an die Fronttruppen ausgegeben werden. Zunächst waren die Helme auf die an vorderster Front stehenden Truppen begrenzt und wurden bei einer Ablösung an die ablösenden Truppen übergeben. Nach und nach wurde aber der Stahlhelm zum festen persönlichen Ausrüstungsgegenstand und prägte fortan das Erscheinungsbild des Soldaten während der zeit der Materialschlachten.

 

 

Schneechuhlitewka

 Jäger im Bayerischen Jägerregiment Nr.3 in Schneeschuhlitewka - Deutsches Alpenkorps Dolomiten 1915. Anstelle lederner Patronentaschen trägt der Jäger ein Patronenbandolier aus Textil - dies erlaubte maximale Bewegungsfreiheit im Gebirge.

 

 

 

 

Schneechuhlitewka

 

 

 

 

Schneechuhlitewka

 

 

 

Württembergisches Gebirgsbataillon
Gefreiter des Württembergischen Gebirgsbataillons, 2. Kompanie, 1916

Nach der Aufstockung von der Gebirgskompanie zum Gebirgsbataillon wurde auch der Ruf nach einer sich von der übrigen Truppe sichtbar unterscheidenden Uniformierung laut.

So wurde im Herbst 1915 die bisherige Schneeschuhlitewka für die Württembergischen Gebirgsschützen modifiziert. Am Kragen wurden jägergrüne Patten angebracht, auf denen ein Nummernknopf die jeweilige Kompanie anzeigen sollte. Die Knöpfe bestanden aus Weißmetall. Ebenfalls neue eingeführt wurden die Schulterwülste, welche von der ehemaligen Württembergischen Jägertruppe von 1859 herrührten.

Württembergisches Gebirgsbataillon

 An der geschwärzten Koppel mit feldgrau lackiertem Koppelschloss aus Stahl trägt der Gebirgsschütze die Patronentaschen M09 in der schmalen Ausführung wie für die Kavallerie. Es wurden jedoch auch die normalen Patronentaschenmodelle M09 der Infanterie benutzt.

Die Koppel wird wie bei der Infanterie vom Brotbeutelriemen über die Brust und Nacken gehalten.

Im unwegsamen Gebirgsterrain wurde von der Truppe gerne der Karabiner 98a geführt, dazu eines der kurzen Seitengewehrmodelle.

 

Württembergisches Gebirgsbataillon

Am Seitengewehr über dem Spaten der Infanterie trugen die Mannschaften der  Württembergischen Gebirgsschützen eine grüne Jägertroddel nach dem Vorbild Württembergischer Forstbeamter. An der Kappe mit abgestepptem Stoffschild sind auf der linken Seite das Edelweiss  der Gebirgstruppe und die schwarz/rote Kokarde Württembergs gut zu sehen. Auf der rechten Kappenseite wurde an entsprechender Stelle die Reichskokarde getragen.

 

 

 

 

Württembergisches Gebirgsbataillon
Gefreiter des Württembergischen Gebirgsbataillons, 2. Kompanie, 1916

Zur auffälligen Litewka der Gebirgsschützen wurde gerne die Stiefelhose für Gebirgstruppen getragen. Sie entsprach im Schnitt der Stiefelhose wurde jedoch am Knie etwas weiter gearbeitet und im Gesäß- und Oberschenkelbereich mit kräftigem Tuch oder Leder besetzt um den Anforderungen im Gebirge gerecht zu werden. Die Stiefelhosen waren von den Mannschaften mit Wickelgamaschen zu tragen. 1917 kam  ein neuer, speziell für die Gebirgstruppe beschaffter Gebirgsschuh zum Einsatz.

Württembergisches Gebirgsbataillon

Auch an der Litewka des Württembergischen Gebirgsbataillons wurden als Tragehilfe für die Koppel Tragehaken in der Seite und im Rücken der Taille angebracht. Unterhalb der Taille befand sich im Rückenstück der Litewka eine im Futter eingearbeitete Tasche die durch verdeckte Eingriffe in den rückwärtigen Seitennähten geöffnet werden konnte.

Am schilffarbenen Brotbeutel befindet sich eine Feldflasche Modell 1915.

 

Fortsetzung folgt....

 

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Letzte Aktualisierung:.

06.10.2017

 

 

 

 

 

 

 







 

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